SELHOF. Die KG Blau-Weiß Selhof ehrt Heinz Olbermann und seinen verstorbenen Vater Josef als Originale, die nun den Orden zieren. Beide waren jahrzehntelang Schulhausmeister.

Huusmeister – alles schön paletti, alles fess em Griff! Aber, anders als im Bläck-Fööss-Hit waren Josef und Heinz Olbermann keine „Siedlungskontrolletti“, sondern die Hausmeister der Selhofer Schule. Und nun erklärte die Große Selhofer Karnevalsgesellschaft die beiden zu „Selefer Originalen“. Diesmal gibt es das Original im Doppelpack – Vater Josef und Sohn Heinz zieren gemeinsam den Orden der Jubiläumssession 2017 der KG. Im Kreise der Senatoren wurde das karnevalistische Edelmetall von Senatspräsident Christian „Büb“ Brodesser und Senator Karl-Heinz Stang als Laudator vorgestellt.

Mit dabei waren Heinz Olbermann und seine Frau Brigitte sowie Matthias Palm, der den Orden kreiert hat. Auf der schicken Plakette ist die alte Schule ebenso abgebildet wie das jetzige Gebäude der Grundschule Sankt Martin. Davor sitzt der inzwischen verstorbene Josef Olbermann auf einem Heizkörper mit Werkzeugschlüssel in der Hand, sein Sohn steht mit der Kelle auf dem Zebrastreifen. „Ming Heizung läuf!“ und „Die Huusmeister“ lauten die Schriftzüge neben den Namen.

Für Generationen von Selhofer Kindern waren die beiden „Olbermänner“ da, heizten die Klassenräume, reparierten, schippten Schnee und klebten auch mal ein Pflaster aufs Knie. Heinz Olbermann restaurierte die Bilder der großen Sankt-Martin-Fackeln.

„Sein Herz schlug immer für die Kinder der Schule“

Er dürfte der einzige Hausmeister Deutschlands sein, der den Kindern an seinem Geburtstag per Schulfunk einen hausaufgabenfreien Tag geben durfte: Seinen 50. Geburtstag am 28. Januar 1998 feierten die Kinder mit ihm in der Aula. Sein Vater Josef, ein gelernter Schreiner, hatte im April 1962 die Stelle angetreten, nachdem der Schulausschuss den Antrag von Schulleiter Flecke auf Einstellung eines Hausmeisters für die damalige katholische Volksschule Selhof genehmigt hatte.

 

Nach seinem Eintritt in den Ruhestand 1981 übernahm Sohn Heinz, ein Feinmechaniker, die Aufgabe und blieb 25 Jahre. Noch bis zu seinem Tod im Jahre 2010 besuchte Josef Olbermann regelmäßig seinen alten Arbeitsplatz. „Sein Herz schlug immer für die Kinder der Schule“, sagte Karl-Heinz Stang über ihn. „Mit dem Schutzmann Haarenberger sorgte er für die sichere Überquerung der Menzenberger Straße.“

Und der Senator berichtete, wie Josef Olbermann mitten in der Nacht aufschreckte und im Morgenmantel schnurstracks in den Keller der Schule ging, um die Heizung zu kontrollieren. Denn: „Die Kinder können doch nicht im Kalten lernen.“

Losgeschickt, um „Schulschwänzer“ zu Hause abzuholen

Sein Sohn installierte später eine rote Lampe in der Aula; bei einer Störung der Heizung leuchtete sie auf. Auch er hat ein großes Herz für Kinder. Als Feuerwehrmann gründete er die Jugendfeuerwehr mit. Stang: „Aber sein Wirken in der Schule hat nie unter dem Engagement für die Freiwillige Feuerwehr gelitten.“ Nur einmal, als er wegen eines Einsatzes später zum Dienst kam, herrschte große Aufregung unter Lehrern und Schülern. „Wer schneidet mir das Papier? Was machen wir ohne ihn?“

Heinz Olbermann erinnert sich gern an die Sommerfeste. Als sein Sohn Jörg Entlassfeier hatte, spielte er sogar im Theaterstück mit – er schlüpfte in die Rolle eines Schülers, der keine Lust auf Schule hatte. Sein Vater war einst noch losgeschickt worden, um „Schulschwänzer“ zu Hause abzuholen. Auch die Große Selhofer habe den Hausmeistern zu danken, betonte Stang. So durften die Karnevalisten im Keller die Kulissenbilder für die Bühne malen oder Tänze einstudieren.

„Wenn man heute die Schüler fragt, können sich viele nicht mehr an die Namen der Lehrer erinnern, wie aus der Pistole geschossen kommt jedoch: 'Aber der Hausmeister hieß Olbermann.'“ Fazit: „Heinz und Josef Olbermann haben sich um Selhof verdient gemacht.“ Heinz Olbermanns Geburtstag fällt in diesem Jahr auf den Tag der Prunksitzung. Alles paletti. Alles em Griff.

 

Quelle: www.kamelle.de